Der Apple fällt nicht weit vom Stamm

06 04 2006 16:59
Seit gestern ist es offiziell: Apple hat nichts gegen Microsoft Windows (XP) auf Apple-Hardware. Nein, sie unterstützen das Fremd-OS sogar ein wenig.

Bislang mußte man sein Windows XP nach einer Anleitung von findigen Tüftlern von onmac auf seiner Apple-Hardware installieren. Seit gestern bietet dafür aber Apple offizielle Hilfe an in Form eines ca. 80 MB großen "Boot Camp". Neben Hilfe zur Partitionierung und einem Bootmanager gibt es auch ein Treiber-Paket, welches XP etwas bei der Apple-Hardware unter die Arme greifen soll. Dies gibt es bei der Anleitung nicht zu finden.

Möglich ist dies überhaupt erst geworden, da Apple sich von IBMs PowerPC-Architektur (z.B. G5) verabschiedet und sich der im sonstigen PC-Sektor üblichen Intel-Architektur verschrieben hat.


Es ist schön, wenn man sieht, dass auf reiner Apple-Hardware jetzt außer Mac OS (X mit BSD-Unterbau) nun auch Windows läuft. Nicht jede auf der Windows-Plattform verfügbaren Software gibt es auch für MacOS. Und ständig einen Emulator benutzen zu müssen ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss.

So kann man also ein einzeln erworbenes Windows XP auf seiner teuren Apple-Hardware zum Laufen bekommen ohne sich extra dafür einen zweiten PC zulegen zu müssen. Jedoch hätte ich persönlich es lieber andersherum, da ich bisher nicht über Apple-Hardware verfüge. Dieses inoffizielle Projekt steckt aber noch in den Kinderschuhen (maxxuss).

Nachdem nun bekannt ist, dass sich die neue Version des Betriebssystems aus Redmond, Windows Vista, zumindest für Endkunden bis ins Jahr 2007 verzögert, tut Apple evtl. gut daran die Werbetrommel zu rühren und diese Chance für sich zu benutzen und Mac OS komplett für die Intel-Architektur zu öffnen.

So zumindest kann man einige News in den letzten Tagen lesen. Natürlich würde dies auch mir gefallen, da ich mir so die Kosten für neue Hardware (und sei es nur ein Mac mini) sparen könnte, aber dies wird von offizieller Seite sicherlich niemals passieren.

Wenn man die Situation genauer betrachtet, ist es recht unwahrscheinlich, dass Apple kurz nach der Umstellung der Architektur und somit der neuen PC-Angebote sich jetzt selbst das Wasser abgräbt, indem es jetzt Mac OS auf non-genuine Apple-Hardware zum anstandslosen Laufen befähigt. Apple-Hardware ist nun mal teurer als generelle und vergleichbare PC-Hardware. Es ist relativ klar, dass dies den meisten Gewinn bei Apple einfährt und nicht der Preis pro verkaufter Mac OS-Lizenz.

Daher halte ich es für sehr unwahrscheinlich, dass Apple jetzt mit dieser "Chance" sich das eigene Hardware-Verkaufsgeschäft kaputt macht - schon gar nicht nach der Umstellung der Architektur mit einem eigenem neuen Angebot an Hardware. Toll wäre es für den x86-Endkunden natürlich trotzdem.


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